Ingolstadt bibbert

Die Kälte macht den Ingolstädtern schwer zu schaffen. Wer unter der Eiszeit besonders leidet:

Für den Winter gerüstet: Obdachlosen wird bei Bruder Martin "warm ums Herz".

Sein tägliches Brot: Bruder Martin sorgt sich jeden Tag um frierende Obdachlose in Ingolstadt.

Sauerkraut, Brotwiaschtl und Kohl: "Im Winter gibt es bei uns besonders deftige Sachen zum Essen", erzählt Bruder Martin von der Straßenambulanz Ingolstadt. Etwa 60 bis 80 Obdachlose nehmen die Angebote von der Straßenambulanz wahr und wärmen sich tagtäglich in den Einrichtungen auf.

"Mehr Zulauf als im Sommer gibt es allerdings nicht", erklärt Bruder Martin. "Die Verweildauer ist zwar länger, aber im Sommer haben wir mehr Durchreiseverkehr auch von verschiedenen Ortsteilen." Hinzu kommt, dass die Straßenambulanz viele Obdachlose mit Alkohol- oder Drogenproblemen über den Winter in spezielle Kliniken eingewiesen hat und so der Winteransturm bisher ausblieb. Sorgen, um eine zu geringe Annahme macht sich Bruder Martin aber keinesfalls: "Betrieb ist hier eigentlich immer."

Die Angebote der Straßenambulanz sind vielfältig. Neben warmen Gerichten und Schlafplätzen, stellt die Straßenambulanz den Obdachlosen auch Kleidung zur Verfügung. "Wir haben bereits im Oktober angefangen, warme Kleidung zu sammeln", so Bruder Martin. "So sind die Obdachlosen auch in der Kälte und nachts warm genug angezogen." Auch die Erkältungskrankheiten halten sich so bisher in Grenzen. "Vor zwei Jahren war das alles anders", erzählt er bestimmt. "Aber dadurch, dass sich die Obdachlosen tagsüber in Einrichtungen aufhalten, ist auch der Einsatz von Erkältungsmitteln momentan gering. Aber selbst wenn es mehr werden würde," fügt er hinzu. "hätten wir genügend Medikamente da."

Auch für mehr Zulauf von Obdachlosen wäre die Straßenambulanz gerüstet. "Wir sind flexibel und hätten noch Platz für mehr als 50 weitere Obdachlose", ist sich Bruder Martin sicher. (ml)

Arktische Temperaturen auf dem Wochenmarkt: Decken und Gasheizung für Obst und Gemüse

Karin Dauer mit einem Thermometer - heute morgen zeigte es -19 Grad an.

Minus 19 Grad konnte Dauer Karin Samstag Morgen um halb 6 Uhr früh auf dem Wochenmarkt messen. "Das ist schon gscheid kalt!", erzählt die Gemüseverkäuferin und zugleich Vorständin der Interessensgemeinschaft det Wochenmarktbesitzer. Dass bei diesen arktischen Temperaturen auch die Kundschaft fernbleibt, ist für Karin niocht verwunderlich. "Sie frierts doch auch!", meint sie und muss zugleich schmunzeln. Weiter erzählt sie: "Das Gemüse leidet zwar unter den Temparturen, aber mit unserer Gasheizung halten wir nicht nur unsere Füße warm, sondern auch das Gemüse."

Mit Gasheizung bewaffnet: Karin Dauer trotzt den arktischen Temperaturen.

Bei dem Käsehändler auf dem Wochenmarkt ist es zwar ebenso kalt. Aber für die Ware sind die kalten Temperaturen nicht ganz so schlimm. "Da bleibt die Ware wenigstens frisch", erzählt der Händler und lacht. "Aber uns ist es auch ganz schön frisch hier!" Auch er ist, wie die meisten auf dem Wochenmarkt schon seit sechs Uhr hier.

Katharina Haas versucht sich warm zu halten: Mit Handschuhen, Mütze und Styropor unter den Füßen.

Katharina Haas ist mit ihrem Obststand ebenso am Wochenmarkt vertreten. "Seit sieben Uhr stehe ich hier schon", berichtet sie. "Ohne Kaffee und warmen Tee würde ich es hier nicht aushalten." Ihr Tipp für warme Füße: "Ich stelle mich immer auf Styropor. Das hält von unten her warm." Auch für ihre Äpfel und Zwiebel hat sie wärmende Hilfe mitgebracht. "Decken halten das Obst warm und sorgen dafür, dass es nicht so schnell kaputt geht."

Gut eingedeckt: Die Äpfel wurden mit Decken zugedeckt.

Auch sie wundert sich, ähnlich wie Karin, nicht über die mangelnde Kundschaft. "Es ist im Winter einfach generell weniger los. Aber man muss seine Ware eben trotzdem an den Mann bringen - deswegen bin ich hier."

Taubenfrust durch eisigen Frost

Auch diese Taube leidet sichtlich an den eisigen Temperaturen. Am Rathausplatz hat sie sich ein kleines Sonnenbad gegönnt. (ml)


Weniger Probleme mit der Kälte: Stadtwerke Ingolstadt sind gut gerüstet

"Normalerweise gibt es keine Probleme", erklärt Andreas Schmidt, Pressesprecher der Stadtwerke. Die Leitungen seien entsprechend ausgelegt und verlegt zudem seien die Anlagen in beheizten Räumen untergestellt. Schmidt ist keinesfalls beunruhigt: "Es besteht keine Gefahr, dass es zu Schäden kommt." (kr)

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