Eiskalte Leidenschaft

(stz) „Glühwein ist aus“, hieß die Parole kurz nach der Halbzeitpause am Tresen von Lorenz Stiftl im VIP-Bereich des Audi Sportparks. Heiße Getränke gingen gut an diesem Samstag auf den eisigen Tribünen. Und die Fans des FC 04 lieferten eine mindest ebenso beachtliche Leistung ab wie die Spieler da unten auf dem Rasen, die mit einem eher für Fortuna Düsseldorf glücklichen 1:1 wirklich Klasse zeigten.

6585 Männer, Frauen und Kinder trotzen den sibirischen Temperaturen um die 15 Grad Minus und harrten, teilweise massiv „vermummt“, mit ihren Mannschaft aus. Vorbereitung ist eben alles. Und so kam Oberbürgermeister Alfred Lehmann in vier Schichten eingehüllt, Audi-Chef Rupert Stadtler und FC-Aufsichtsratmitglied Martin Wagener sahen mit ihren Fellmützen aus wie eben aus Nowosibirsk eingeflogen. Und auch die FCler wie Geschäftsführer Franz Spitzauer hatten ihre Fan-Schals weiter als sonst über das Gesicht gezogen.

Aber nur so waren 90 Minuten grimme Kälte zu ertragen. Und kalt wurde es schnell, wenn man da so auf seinem roten Stühlchen saß und der eiskalte Wind unter Schal und Handschuhe kroch. Dennoch blieben erstaunlich wenige Fans im geheizten VIP-Raum. Auch das Jammern hielt sich in Grenzen. Natürlich war hie du da ein „Leck . . ., ist das kalt“ zu hören. Doch das spannende Spiel war die Gänsehaut allemal wert.

FC-Wirt Lorenz Stiftl blieb da lieber im Warmen. „Das ist, als wenn man in eine Gefriertruhe steigt“, meinte er mit einem Blick nach draußen. Und in der zweiten Halbzeit war man geneigt, ihm recht zu geben. Denn war die Kälte vor der Pause im Grunde noch ganz gut zu ertragen, ging es in der zweiten Halbzeit wirklich zur Sache. Aber es ist allemal besser, wenn man den Schlusspfiff aus witterungsbedingten Gründen herbeisehnt als wenn man das aus sportlichen Gründen tut.

Diesen Beitrag mit anderen teilen