Beim Espresso: Reines Bier und der doppelte Joachim
- Details
- Veröffentlicht am Donnerstag, 07. März 2013 10:28

Wenn man einem Politiker abnimmt, ein ungetrübtes Verhältnis zum Bier zu haben, dann sicher Joachim Genosko. Rein figürlich wirkt er einfach glaubhaft, wenn es um Bayerns flüssiges Lebensmittel geht. Ausgerechnet er aber fehlte, als im glorreichen "Daniel" die Junge Union ihr Konzept für das Georgianum vorstellte. Das "Haus des reinen Bieres" soll aus einem der altehrwürdigsten Ingolstädter Bauwerke werden. Doch Joachim Genosko, der verkörperte Biergenuss, fehlte nicht nur, nein, er soll, wurde er ausnahmsweise richtig in der Tagespresse zitiert, Vorbehalte gegen eine rasche Umsetzung des "Bierkonzeptes" der christlichsozialen Nachwuchspolitiker Benedikt Seidenfuß und Markus Meyer, angemeldet haben.
Statt des barocken Professors war eine hagere Gestalt erschienen, die mit dem CSU-Fraktionsführer außer dem Vornamen und dem Parteibuch nicht viel gemein hat: Joachim Hägel. Glänzte Genosko durch Abwesenheit, so fiel Hägel durch Schweigen auf, eine Verhaltensweise, die Mitgliedern der Bürgergemeinschaft (wozu nicht gut informierte Zeitgenossen auch noch die Aktion Innenstadt und Hägel zählen) bei Versammlungen von mehr als drei Personen normalerweise nicht zu eigen ist. Das bewies auch Janice Gondor, der es mit einigen wenigen Sätzen gelang, zwei städtische Referenten in ihren Bann zu ziehen oder auf die Palme zu bringen. Ein Lob für die Junge Union für deren Konzept als Ouvertüre und dann das Klagelied über die angebliche Vernachlässigung der Konkreten Kunst samt Verzögerungen beim Umbau der Gießereihalle. Schon befanden sich Gabriel Engert und Wolfgang Scherer in der Standardposition der Verwaltung bei Anwesenheit kritische Bürger: in der Verteidigung. Für einige Minuten wurde im "Daniel" zwar noch Bier getrunken, aber über Konkrete Kunst debattiert.
Schade eigentlich, dass Hägel und Genosko nicht Seit an Seit streiten oder reiten. Sie hätten optisch ein literarisches Vorbild: Don Quichotte (französische Schreibweise), laut Wikipedia lang, dürr und idealistischen Träumen nachjagend und Sancho Panza (wer spanisch spricht, weiß um die Bedeutung des Nachnamens) kleiner, vollschlank, praktisch denkend und von gesundem Menschenverstand geplagt. Fehlt nur noch Dulcinea, die edle Dame in der Phantasie des Ritters von der traurigen Gestalt. Hier könnte Hägel die Entscheidung theoretisch und kommunalpolitisch schwerfallen: Veronika Peters, Petra Kleine oder Janice Gondor stehen zur Auswahl. Aber Dulcinea ist nur eine Traumgestalt, für Sancho Panza ein Albtraum, nicht nur in der Phantasie.
Ihr gewähltes Bezahlmodell wird nach Ablauf der Zeit automatisch beendet.
Per Handy bezahlen
Nur Telefonnummer eingeben