Zwei erste Preise beim MKK-Wettbewerb

Die Sieger beim MKK-Wettbewerb: Büro Stanton Williams (London) und  DFZ Architekten (Hamburg). Mit Video: Begründung des Preisgerichts.

Hochspannung herrschte am späten Freitagnachmittag als Prof. Ludwig Wappner, Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle und Kulturreferent Gabriel Engert die Entscheidung des Preisgerichts beim Wettbewerb für das Museum für Konkrete Kunst - den Umbau der Gießereihalle - bekannt gaben. 

Die Stadtbaurätin teilte auch den weiteren Verlauf des Verfahrens mit: Der Gestaltungsbeirat, der Planungsausschuss und der Stadtrat sind jetzt an der Reihe. In spätestens einem halben Jahr, da ist Gabriel Engert zuversichtlich,wird eine Entscheidung gefallen sein. Der Stadtrat ist übrigens an die Auswahl nicht gebunden und kann  in freier Entscheidung einen der auf die Plätze eins bis fünf gesetzten Entwürfe auswählen.

Was denn die Realisierung der Entwürfe kosten werde - auf diese Frage gab es keine Antwort. Das werde jetzt für die Entwürfe auf den ersten fünf Plätzen ermittelt. So kann der Kostenfaktor hier noch für eine große Überraschung sorgen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Entwurf der Hamburger Architekten wegen der viel höheren Kubikmeterzahl über der Kostengrenze von 15 Millkionen liegen dürfte, während die Londoner meinen, diesen Betrag unterschreiten zu können.

Zwei Sieger, zwei  ganz unterschiedliche Philosophien beim MKK-Wettbewerb: Wie man aus der alten Gießereihalle ein neues Museum für Konkrete Kunst machen kann, das haben die beiden Sieger aus London und Hamburg (es wurden zwei Erste Preise vergeben) eindrucksvoll bewiesen.

Das Team der Hamburger Architekten (DFZ) präsentiert eine sehr kühne Lösung, die das Baudenkmal, also die Gießereihalle, ergänzt und eines neues "Gesamtkunstwerk" aus historischer und moderner Bausubstanz schafft. 

Dieser Entwurf ist der erklärte Favorit von Museumsdirektor  Dr. Tobias Hoffmann, der auf die Frage, ob er mit der Entscheidung glücklich sei, antwortete: "Halb glücklich!" Damit brachte er zum Ausdruck, dass nur einer der beiden mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwürfe ihm Glücksgefühle beschert. Im Gespräch begründete er seine Vorliebe unter anderem damit, dass durch die "Erhöhung" des bisherigen Gebäudes das Bauwerk insgesamt auf dem Gelände besser zur Geltung käme und dies sehr sinnvoll sei, weil die bisherige Gießereihalle das niedrigste Gebäude auf dem Gelände  sei. Und vor allem: Er sieht bei diesem Entwurf bessere Möglichkeiten der Präsentation der Modernen Kunst.

Demgegenüber dürfte die vom Büro Stanton Williams aus London präsentierte Lösung den "Puristen" unter den Denkmalschützern besser gefallen. Die Briten lassen die historische Bausubstanz weitgehend unverändert und beschränken sich auf einen Anbau.

 

Innerhalb des historischen Gebäudes kommen die alten Eisensäulen und Träger weiterhin eindrucksvoll zur Geltung.

Gegenstand des Wettbewerbs war die Bauentwurfsplanung für Umbau und Erweiterung der ehemaligen Gießereihalle aus dem 19.Jahrhundert für das Museum für Konkrete Kunst und Design in Ingolstadt. Für die Realisierung des Museums für Konkrete Kunst und Design steht ein Betrag von 15 Mio. € als Kostenobergrenze zur Verfügung. Bauherr ist die Stadt Ingolstadt. In der Jury saßen neben renommierten Architektur-Professoren aus München, Stuttgart und Zürich, auch der ehem. Diözesanbaumeister Karl Frey, Renate Preßlein-Lehle (Stadtbaurätin der Stadt Ingolstadt) Wolfgang Scherer (Hoch- und Tiefbaureferent der Stadt Ingolstadt) OB Alfred Lehmann und Vertreter der einzelnen Stadtratsfraktionen.

Professor Wappner begründete die Entscheidung :

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