Der Tod und das Mädchen

(stz) Am Mittwoch, 6. Juni, spricht um 19 Uhr die Kunsthistorikerin Stephanie Knöll, Düsseldorf, über den „Tod und das Mädchen“, ein Motiv, das seit dem 16. Jahrhundert immer wieder von Künstlern dargestellt wird. Der Vortrag gehört zum Begleitprogramm der aktuellen Sonderausstellung „kleine passion. Fotografien und Objekte von Gabriele & Thomas Neumaier.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht ein Kupferstich, den der Nürnberger Künstler Hans Sebald Beham im Jahr 1548 schuf. Die fast schon pornographisch wirkende Darstellung einer schlafenden jungen Frau, die von einer geflügelten Todespersonifikation aufmerksam betrachtet wird, ist ein berühmtes Beispiel des im 16. Jahrhundert besonders beliebten Tod und Mädchen Motivs. Das eng mit der ikonographischen Tradition der Voluptas und dem Motiv des Totentanzes verbundene Motiv entstand um 1500 im deutschsprachigen Raum und wurde bald in zahlreichen Zeichnungen, Gemälden, Drucken und sogar in kleinplastischen Werken umgesetzt.
Bis heute ist die gedankliche Verknüpfung von Weiblichkeit, Begehren, Sünde und Tod ebenso ungebrochen wie die Faszination an der künstlerischen Gegenüberstellung von Tod und Leben. So haben sich auch Künstler wie Edvard Munch und Horst Janssen mit diesem Thema auseinandergesetzt.
Der Vortrag von Dr. Stefanie Knöll beleuchtet die Entstehung und Entwicklung dieses Motivs im Kontext der Totentanztradition.

Vorüber! Ach vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh, Lieber!
Und rühre mich nicht an.
(Matthias Claudius, 1775)

Zur Referentin:
Dr. Stefanie Knöll ist Kustodin der Graphiksammlung Mensch und Tod am Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Totentanz-Darstellungen, Grabmonumente sowie Alterskonzepte in der Frühen Neuzeit.


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