Kriegsgräberpflegeeinsatz in Italien
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- Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juni 2012 09:28

(stz) Der Futa-Pass in Italien ca. 40 km nördlich von Florenz war einer der wichtigsten
Stützpunkte der 1944 aufgebauten deutschen Verteidigungslinie die den Alliierten den
Vormarsch nach Norden verwehren sollte. Auf dieser Passhöhe befindet sich der größte
deutsche Soldatenfriedhof in Italien mit über 30.700 Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
Auf diesem Soldatenfriedhof leisteten Mitte Juni im Auftrag des Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge e.V. neun Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Nord, unterstützt
von einem aktiven Soldaten, einen zweiwöchigen Kriegsgräberpflegeeinsatz.
Untergebracht waren die zehn Kameraden direkt am Friedhof in Baracken wo sie sich selbst
versorgten und von wo aus sie ihre Arbeitseinsätze antraten. Die Hauptaufgabe bestand in
Mäharbeiten auf den terrassenartig angeordneten Gräberfeldern die in 72 verschieden große
Gräberblöcke aufgeteilt sind. Die Hauptflächen wurden von hauptberuflichen italienischen
auf dem Friedhof beschäftigten Angestellten mit Rasentraktoren gemäht. Entlang einer ca.
2000 Meter langen Mauer, seitlich der Wege, an steilen Böschungsbereichen und vor allem
an den ca. 10.000 liegenden Grabzeichen aus Granit musste jedoch das hoch gewachsene
Gras von den Reservisten mit Motorsensen von Hand gemäht werden. Darüber hinaus
wurden noch Latten und Bretter für die Abdeckung von 13 runden Zisternen gestrichen und
verrutschte Granitblöcke zur Böschungssicherung ausgerichtet. Kleinere Wartungsarbeiten
an den Unterkunftsgebäuden rundeten den Arbeitseinsatz ab. Besucher aus vielen Ländern,
überwiegend aus Italien und Deutschland, lobten die gepflegte Anlage und vor allem auch den
Einsatz der Reservisten.
Die vielen Begegnungen und Gespräche mit Friedhofsbesuchern bestärkten die Kameraden in
ihren Bemühungen und zeigten ihnen dass ihr freiwilliges unentgeltliches Engagement nicht
umsonst war und ist. Noch heute kommen nahe Angehörige, Geschwister, Töchter, Söhne,
Neffen und Nichten aber auch noch Kameraden und Enkelkinder auf den Friedhof um die
Toten nicht vergessen zu lassen, das beweisen die immer wieder abgelegten frischen Blumen
und Kränze auf einzelnen Grabplatten. So wurden die Reservisten auch von Angehörigen
gebeten am Grab Ihrer gefallenen Väter und Onkeln einen Kranz niederzulegen und Ihrer zu
gedenken.
Am Tag der Abreise wurden schließlich von den Teilnehmern mit einer Fahnenabordnung
an drei Einzelgräbern sowie in der Krypta des Friedhofs feierlich Kränze niedergelegt. Ein
Kamerad spielte dabei auf seiner Trompete die Lieder „Ich bete an die Macht der Liebe“
und „Den guten Kameraden“. Die Grauen und die Folgen der Kriege sollten nie vergessen werden und so steht beim Eingang zum Soldatenfriedhof der Ausspruch vom Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“.
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