Kriegsgräberpflegeeinsatz in Italien

(stz) Der Futa-Pass in Italien ca. 40 km nördlich von Florenz war einer der wichtigsten

Stützpunkte der 1944 aufgebauten deutschen Verteidigungslinie die den Alliierten den

Vormarsch nach Norden verwehren sollte. Auf dieser Passhöhe befindet sich der größte

deutsche Soldatenfriedhof in Italien mit über 30.700 Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Auf diesem Soldatenfriedhof leisteten Mitte Juni im Auftrag des Volksbund Deutsche

Kriegsgräberfürsorge e.V. neun Reservisten der Kreisgruppe Oberbayern Nord, unterstützt

von einem aktiven Soldaten, einen zweiwöchigen Kriegsgräberpflegeeinsatz.

Untergebracht waren die zehn Kameraden direkt am Friedhof in Baracken wo sie sich selbst

versorgten und von wo aus sie ihre Arbeitseinsätze antraten. Die Hauptaufgabe bestand in

Mäharbeiten auf den terrassenartig angeordneten Gräberfeldern die in 72 verschieden große

Gräberblöcke aufgeteilt sind. Die Hauptflächen wurden von hauptberuflichen italienischen

auf dem Friedhof beschäftigten Angestellten mit Rasentraktoren gemäht. Entlang einer ca.

2000 Meter langen Mauer, seitlich der Wege, an steilen Böschungsbereichen und vor allem

an den ca. 10.000 liegenden Grabzeichen aus Granit musste jedoch das hoch gewachsene

Gras von den Reservisten mit Motorsensen von Hand gemäht werden. Darüber hinaus

wurden noch Latten und Bretter für die Abdeckung von 13 runden Zisternen gestrichen und

verrutschte Granitblöcke zur Böschungssicherung ausgerichtet. Kleinere Wartungsarbeiten

an den Unterkunftsgebäuden rundeten den Arbeitseinsatz ab. Besucher aus vielen Ländern,

überwiegend aus Italien und Deutschland, lobten die gepflegte Anlage und vor allem auch den

Einsatz der Reservisten.

 

Die vielen Begegnungen und Gespräche mit Friedhofsbesuchern bestärkten die Kameraden in

ihren Bemühungen und zeigten ihnen dass ihr freiwilliges unentgeltliches Engagement nicht

umsonst war und ist. Noch heute kommen nahe Angehörige, Geschwister, Töchter, Söhne,

Neffen und Nichten aber auch noch Kameraden und Enkelkinder auf den Friedhof um die

Toten nicht vergessen zu lassen, das beweisen die immer wieder abgelegten frischen Blumen

und Kränze auf einzelnen Grabplatten. So wurden die Reservisten auch von Angehörigen

gebeten am Grab Ihrer gefallenen Väter und Onkeln einen Kranz niederzulegen und Ihrer zu

gedenken.

 

Am Tag der Abreise wurden schließlich von den Teilnehmern mit einer Fahnenabordnung

an drei Einzelgräbern sowie in der Krypta des Friedhofs feierlich Kränze niedergelegt. Ein

Kamerad spielte dabei auf seiner Trompete die Lieder „Ich bete an die Macht der Liebe“

und „Den guten Kameraden“. Die Grauen und die Folgen der Kriege sollten nie vergessen werden und so steht beim Eingang zum Soldatenfriedhof der Ausspruch vom Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“.


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