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Wochenmarkt: Top oder Flop
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- Veröffentlicht am Sonntag, 06. November 2011 18:25

Ist die Zukunft des Wochenmarkts gefährdet? Wir waren vor Ort.
,, Im Supermarkt einzukaufen, ist für mich ein Albtraum '', klagt die Wochenmarktliebhaberin Christl Kutscha. Die 64-jährige Ingolstädterin kauft Gemüse und Obst ausschließlich bei den Händlern Ihres Vertrauens auf dem Ingolstädter Wochenmarkt ein. ,, Die frischen Produkte und das reichhaltige Angebot überzeugen mich einfach'', schwärmt sie und fügt hinzu: ,, Der Wochenmarkt ist einfach gesellig, man trifft viele Menschen und kann sich austauschen. Im Supermarkt stört mich die schlechte Luft und das künstliche Licht. Außerdem weiß ich nicht, woher die Ware kommt. ''
,, Hätten wir mehr solche Stammkunden wie Frau Kutscha, dann müssten wir uns keinerlei Sorgen über unsere Existenz machen! '' erklärt uns eine Gemüsehändlerin.

Stammkundin Chirstl Kutscha
Der Fisch- und Fleischhändler Karl Renner, zeigt sich auf unsere Frage, ob er mit mit seinem Umsatz zufrieden sei, recht optimistisch: ,, Ich biete meine Ware seit drei Jahren jeden Mittwoch und Samstag an. Gute Qualität spielt dabei eine wichtige Rolle. Dadurch konnte ich mir mittlerweile viele Stammkunden sichern.

Fisch-und Fleischhändler Karl Renner
Auch der Käsehändler Robert Winter sieht das Geheimnis seines erfolgreichen Geschäfts in der Qualität und Einzigartigkeit der Produkte. ,, Meinen Stand gibt es bereits seit 1995 und über die Jahre hindurch ist es mir gelungen, mein Sortiment zu vergrößern. Dabei habe ich mich auf Käsesorten spezialisiert, die es in Ingolstädter Supermärkten nicht zu kaufen gibt. '' Auch seine fachmännische und nette Beratung trage sicherlich zu einem guten Umsatz bei, fügt er hinzu.

Käsehändler Robert Winter
Allerdings entscheidet auch der Preis über gute bzw. schlechte Verkaufszahlen. ,, Nicht allein die Qualität meiner Produkte, sondern auch ein realistischer Preis erwecken bei den Kunden Interesse '', klärt Hermine Gröll auf, die sich auf den Verkauf von verschiedenen Gewürz- und Teesorten spezialisiert hat.

Hermine Gröll mit Ihrem Gewürz-und Teestand
Insgesamt können wir hauptsächlich bei den Gemüsehändlern eine besorgte Stimmung feststellen. Die meisten von Ihnen sehen gerade in den Wintermonaten eine große Konkurrenz in den umliegenden Supermärkten. Die Fränkin Sivia Kulka klagt über rückläufige Umsätze in den kalten Monaten November und Dezember: ,, Die eisigen Temperaturen in diesen Monaten erschweren uns das Geschäft. Die meisten Kunden gehen dann nicht zwangsläufig auf den Markt, um Ihre Gemüse-und Obstvorräte aufzustocken, sondern bevorzugen warme Geschäfte. '' Im Sommer dagegen ist die aus Pegnitz stammende Händlerin mit dem Geschäft recht zufrieden.

Gemüse-und Obsthändlerin Silvia Kulka
Auch Elisabeth Schuhbauer aus Allershausen befürchtet zwar die Konkurrenz der Geschäfte; jedoch lässt sie sich nicht davon einschüchtern. Seit knapp 22 Jahren bietet die Händlerin selbstgemachte Brotaufstriche und eingelegte Antipasti an: ,, Als ich mit dem Verkauf meiner Waren begonnen habe, waren diese zur damaligen Zeit noch exklusiv. Heutzutage findet man mediterrane Köstlichkeiten nahezu überall. Dies erschwert natürlich das Geschäft. ''

Elisabeth Schuhbauer und Ihre mediterranen Köstlichkeiten
Das Thema Wochenmarkt wird nächsten Mittwoch am 09.11. 2011 um 17:00 Uhr im Ausschuss für Sport, Veranstaltungen und Freizeit ausführlich behandelt.